Pros
Generell Positives - Amazon erlaubt Standortwechsel. Visum, Umzug und eine Starthilfe werden gezahlt. Was gut ist, wenn man in einem Schwellen- oder Entwicklungsland lebt und nach einem bekannten Unternehmen für seinen Lebenslauf sucht. Man hat immer eine Chance, egal, wo man lebt und welchen Hintergrund man hat, da Amazon weltweit einstellt. Bei der Bewerbung kann man auswählen, in welchen Land und in welcher Stadt man arbeiten will. - Man sieht, wie Amazon Software erstellt und benutzt, was für Ingenieure sehr hilfreich ist. - Es gibt um einen herum viel zu sehen - Teams können leicht gewechselt werden Man kann zwischen AWS, Amazon, Amazon Devices, Audible und eine Reihe anderer Abteilungen wählen. - Das Unternehmen basiert auf genialen, aber einfachen Prinzipien, die es ihm ermöglichen, sich selbst treu zu bleiben und trotzdem wahnsinnig zu wachsen. Es lohnt sich, das von Innen zu sehen. - Man muss nicht super schlau oder tech-kompetent sein, um hier Karriere zu machen Berlin Positives - Gehalt ist im Vergleich zu den meisten Berliner IT-Unternehmen gut - Es ist einfach, zum Hauptsitz in Seattle oder zu anderen Büros zu reisen. Man kann nach einiger Zeit sogar sein Team und seinen Standort wechseln.
Kontras
Generell Negatives - Man macht nicht anderes, als Probleme notdürftig zu lösen. Sprich nicht von Qualität – man wird dich nicht verstehen. Plane deine Arbeit nicht zu mehr als 20 %, da alles darüber keine weiteren Resultate bringt. - Niemanden interessiert es. - Neue Mitarbeiter bekommen mit, dass es niemanden interessiert, und übernehmen das. Es gibt ein Führungsprinzip genannt „Ownership, aber das ist ein Witz. Ziele sind die einzige Ausnahme. Sobald etwas zum Ziel wird, bemerken das die Leute und fangen an, sich darum zu kümmern. - Die Leute, die wachsen wollen, verbessern sich für die Beförderung (wegen Nummer zwei oben). Man ertappt sich dabei, wie man absurde Sachen macht, die Leute reden und sprechen über Details, aber ignorieren das Gesamtbild und bemerken das Offensichtliche nicht. Das liegt nicht immer daran, dass Vorgesetzte oder leitende Entwickler dumm sind, sondern daran, dass sie bestimmte Punkte für ihre Beförderung bekommen. Deine Kollegen wissen nicht, was sie für ihre Karriereentwicklung tun sollen, deswegen optimieren sie unnötige Dinge und versuchen, dich zu behindern, wenn sie glauben, dass du nach Punkten vor ihnen liegst. Es gibt offizielle Beförderungsvoraussetzungen, diese werden aber nur dazu verwendet, eine Ablehnung zu formulieren. Inoffiziell ist es ganz einfach: Man muss nur das machen, was die Vorgesetzten von einem wollen und das so schnell wie möglich, damit man auf die nächste Ebene aufsteigt. - Schlechte Leiter in der Software-Entwicklung; mehr schlechte Leiter als gute (mehr unten). - Achte auf das Wettbewerbsverbot, wenn du in den USA anfängst. Man sollte besser danach fragen und es lesen, bevor man das Angebot annimmt. Man sollte vorher außerdem nach der Richtlinie für Open-Source-Beiträge fragen. - Es ist schwierig, sich mit den Kollegen anzufreunden. Die Leute werden standardmäßig schnell unzugänglich. - Die Mitarbeiterzufriedenheit hat nie Priorität bei Amazon. Ich habe noch nie in der Presse gelesen oder gehört, dass Amazon glückliche Mitarbeiter will. Man wird nicht glücklicher als vor der Einstellung. - Amazon ist der schlimmste Arbeitsplatz, den ich je hatte, wenn es darum geht, den Leuten bei kleinen Dingen zu vertrauen. Dein Vertrauen und gesunder Menschenverstand werden auf täglicher Basis missbraucht und verraten. Für einige mag das okay sein. - Es steht keine größere Mission hinter Amazon. In den Führungsprinzipien geht es nur darum, wie man bei Amazon tut, was man tut, nicht warum. Ein äußerst kundenorientiertes Unternehmen zu sein ist auch kein „Warum. Amazon existiert, weil es Geld bringt und vielleicht, weil es unterhaltsam ist, Experimente im großen Maßstab durchzuführen (im Manager-Slang heißt das „große Chancen). - Amazon ist eine Manager-Organisation. Man sollte seine Meinung besser für sich behalten, wenn man Karriere als Entwickler machen möchte. Ich habe gesehen, wie die klügsten leitenden und Chef-Ingenieure jeden Unsinn geschluckt und umgesetzt haben, den die Vorgesetzten ihnen aufgetischt haben. - Wenn man als Software-Entwickler wächst, erhält man nicht mehr Macht über Menschen. Man bekommt mehr technische Inhalte und trifft technische Entscheidungen auf einem höheren Niveau, aber man kann andere Entwickler nicht dazu bringen, der eigenen Vision zu folgen. Man beeinflusst ohne Befehle, weil das Befehlen einzig Aufgabe der Vorgesetzten ist. Dadurch kommt das Phänomen zu Stande, dass Software-Entwickler, wenn sie vorankommen, aussehen, als trügen sie Verantwortung (jeder mag Ansehen), ohne wirklich für größere Systeme verantwortlich zu sein (niemand mag Notfälle). Die Chef-Entwickler sind ein Fall für sich. Sie haben sich von SDE I und II entfernt, sind aber noch nicht ganz im Führungslager angekommen. Berliner Gauner - Achtung vor Leuten, die aus den USA kommen und nicht lange bleiben wollen. Sie nutzen dich aus, so weit sie können, um ihre Karriere voranzutreiben. - Die intelligentesten Leute im Büro sind am wenigsten willkommen. - Höherer Prozentsatz an faulen Leuten als in den USA. - Man findet kaum jemanden, der Mut hat. Das Schlimmste an Amazon sind meiner Meinung nach die Manager. Sie verdienen ein paar besondere Anmerkungen. Die Manager sind sowohl in der Verwaltung als auch in der Entwicklung durchweg unprofessionell. Ich war bei mehreren Manager-Vorstellungsgesprächen. Den Manager-Kandidaten werden keine sinnvollen technischen Fragen gestellt. Ein mittelmäßiger Entwickler mit drei bis fünf Jahren Erfahrung könnte diese technische Hürde mit Leichtigkeit meistern. Es wird hauptsächlich geprüft, ob sie in verschiedenen Situationen die „richtigen Entscheidungen treffen. Systemtreue ist das, was am meisten zählt. Für Leute, die mit der Organisationsstruktur von Amazon nicht vertraut sind: Jedes Entwicklerteam mit 4 bis 15 Leuten hat einen Software-Entwicklungsmanager. Diese Person leitet das Team. Diese Person hat keine formell definierte Arbeitsreferenz und hat praktisch in jeder Frage das letzte Wort. Die Manager erhalten besondere Schulungen und Informationen, die anderen Mitarbeitern nicht zugänglich sind. Dadurch sind sie eine besondere Kaste. Sie neigen dazu, von Berichten Abstand zu nehmen und sich mit den anderen Managern zusammenzutun. Über die Jahre habe ich mit Managern gearbeitet, die teils albern, teils einfach nur dumm waren, von Peitschenknallern bis hochorganisierten antisozialen Typen, mit Lügnern und Platzsuchern. Zwei Drittel davon waren technisch sehr schwach und haben nichts dazugelernt. Dennoch wird er von höheren Leads respektiert und wird regelmäßig befördert. Nur einmal habe ich einen Manager bekommen, der sowohl technisch als auch in der persönlichen Kommunikation, im Umgang mit Menschen und im Team gut war. Wenn man das Glück hat, einen guten SDM zu bekommen, bleibt man bei ihm oder ihr und lässt nicht los.