Nach einem Jahr dort hat sich jedoch alles verändert. Nachdem das Unternehmen sich in der UBS etabliert hatte, begann man, das teurere und erfahrenere Personal aus Westeuropa und Indien zu feuern und durch massenhaft Osteuropäer zu ersetzen. Viele davon waren schlecht geschult und hatten keine relevanten Erfahrungen vorzuweisen, aber da es so viele waren, konnte man letztendlich unter vier Personen nur noch eine kompetente finden, die für die anderen drei ebenfalls mit gerade stehen musste. Zahlreiche schlecht ausgebildete Manager. Mögliche Karrierefortschritte hängen unglaublich stark vom Herkunftsland ab.
Kultur; jemand sagte, es gäbe ein Intranet für alles, doch glauben Sie nicht, das gelte auch für die Karrierelaufbahn. Sie kommen nur voran, wenn Sie diese 10 Kästchen anklicken und jene 20 Kurse belegen, doch die Kurse existieren gar nicht. Dass Sie nun aber nicht an ihnen teilgenommen haben, ist allein Ihre Schuld, also gibt es für Ihre Karriere kein Fortkommen. Andererseits gibt es Kollegen, die trotz alledem befördert wurden, und das nur aufgrund ihres Herkunftslandes. Einige werden befördert, damit sie in Positionen landen, in denen sie zwar nutzlos sind, aber zumindest niemanden stören.
EPAM und ich sind getrennte Wege gegangen, ich brauchte jedoch eine Referenz von ihnen für eine andere Stelle in der UBS. Was haben sie also getan? Zunächst gaben sie dem Projektmanager einen vollkommen falschen Berichten und boten stattdessen einen der polnischen Mitarbeiter an. Der PM sagte mir das selbst; aber da er sich bei ihnen bewerben musste und von ihnen diese Referenz erhielt, musste er das so hinnehmen. Er entschuldigte sich bei mir, aber ich bekam keinen Job. Darum habe ich eine schlechte Meinung von EPAM. Dieser „Yay, EPAM!“-Faktor existiert für mich nicht...