Große Zustimmung für die Arbeit im Home Office

Die verbreitete Arbeit im Home Office angesichts der Coronavirus-Pandemie kommt gut bei Berufstätigen an. Eine Umfrage von Glassdoor unter Büroangestellten offenbart eine grundsätzlich sehr positive Einstellung zum Arbeiten in den eigenen vier Wänden. Mehr als 78% der Befragten gaben an, dass Sie es unterstützen würden, wenn sie ihr Arbeitgeber ins Home Office schicken würde. Nur 4% würden sich einer solchen Vorgabe widerwillig fügen. Für manche kommt das Home Office gar nicht erst in Frage: 14% der befragten Angestellten sind davon überzeugt, nicht von Zuhause aus arbeiten zu können.

Angst vor Produktivitätsverlust am heimischen Schreibtisch

Mehr als 25% der Befragten rechnen damit, weniger produktiv in Heimarbeit zu sein als sie es vorher im Büro waren. Hingegen sind fast 17% optimistisch im Home Office einen Produktivitätsschub zu erfahren. Der Großteil (43%) geht davon aus, eine vergleichbare Produktivität wie im Büro zu erreichen. Interessanterweise rechnen insbesondere jüngere Berufstätige, die zur GenZ (30%) und zu den Millenials (29%) zu zählen sind, in einem höheren Maße mit Produktivitätseinbußen während der ausgedehnten Heimarbeitsphase. Mehr als 35% der Befragten äußerten Bedenken, dass die Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen unter den ungewohnten Umständen klappen könnte. Nicht über die notwendige Ausstattung mit Hard- und Software für die virtuelle Zusammenarbeit zu verfügen, macht rund jedem fünften Umfrageteilnehmer Sorgen.

Kinderbetreuung als Herausforderung im Home Office

Seit letzter Woche sind in Deutschland flächendeckend Krippen, Kitas und Schulen geschlossen. Es ist daher wenig verwunderlich, dass fast jeder dritte Befragte (30%) Ablenkung durch Familie und Kinderbetreuung während der Heimarbeit fürchtet. Größer ist mit rund 32% nur die Angst, sich durch Hausarbeit im Allgemeinen ablenken zu lassen. Kochen und die Nutzung von Social Media gelten jeweils mehr als 25% der Befragten als gefährliche Ablenkung von der Tätigkeit im Home Office.

Bessere Work-Life-Balance dank Home Office

Die befragten Büroangestellten sehen allerdings auch viele Vorteile an der Heimarbeit. In einem Land, das das Wort “Pendlerpauschale” erfunden hat, ist es fast schon folgerichtig, dass sich die Mehrheit der Befragten (53%) über den Wegfall der Kosten für den täglichen Arbeitsweg freut . Fast die Hälfte der Befragten (49%) sehen es als vorteilhaft an, in ihrer eigenen Geschwindigkeit arbeiten zu können. Fast 48% bzw. 46% sehen eine bessere Work-Life-Balance und Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit einer Tätigkeit im Home Office einher gehen.

Kostenzuschüsse zur Heimarbeit durch Arbeitgeber gewünscht

Arbeitnehmer sparen nicht nur Kosten im Home Office. Sie haben auch zusätzliche Ausgaben, um ihren Arbeitsplatz einzurichten, für Telefongespräche oder Internetnutzung, um nur einige Beispiel zu nennen. Mehr als 40 bzw. 22% der Befragten nennen auch die Internet- und Mobilfunk-Kosten als höchste Priorität, wenn es darum geht, an welchen Ausgaben sich Arbeitgeber möglichst beteiligen sollten. Mehr als 20% würden auch einen Zuschuss für erhöhte Heizkosten als gerecht empfinden, wenn sie längere Zeit im Home Office arbeiten müssten. Facebook hat beispielsweise gerade bekannt gegeben, dass jeder Mitarbeitende eine Sonderzahlung von 1.000 Dollar erhält, um mögliche Kosten für u.a. Heimarbeit während der Coronavirus-Pandemie zu kompensieren.

Coronavirus-Pandemie als Türöffner für Flexibilisierung

Last but not least rechnet eine Mehrheit der Befragten damit, dass Home Office-Regelungen langfristig durch die aktuelle Ausnahmesituation im eigenen Unternehmen ausgeweitet werden. So stimmen mehr als 61% dieser Aussage voll oder teilweise zu. Nur rund 26% gehen davon aus, dass alles beim Alten bleibt.

„In den letzten Wochen haben viele Unternehmen ihre Mitarbeitenden angesichts der Coronavirus-Pandemie ins Home Office geschickt. Unsere Umfrage deutet darauf hin, dass es eine große Akzeptanz für diese Maßnahmen gibt und viele – bei allen Bedenken – bereits die Vorzüge der Heimarbeit erkennen. Viele bemerken schon jetzt, dass ihre Produktivität nicht unbedingt nachlässt und Berufs- und Privatleben sogar besser zu vereinbaren sind. Diese für viele Arbeitnehmer und Führungskräfte noch recht neue Erfahrung könnte dafür sorgen, dass die berüchtigte deutsche Präsenzkultur in vielen Unternehmen ins Wanken gerät“, schaut Felix Altmann, Arbeitsmarktexperte bei Glassdoor, voraus.

An der Umfrage, durchgeführt von Censuswide im Auftrag von Glassdoor, haben vom 13. bis 17. März 2020 mehr als 1.000 Angestellte in Deutschland teilgenommen, die einer Bürotätigkeit nachgehen.

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